Dienstag, 15. Dezember 2015

Fashion: Cold, cold Winter.

Seitdem ich denken kann, find ich meine Winterkleidung stinklangweilig. Ich friere sehr schnell, finde frieren ganz furchtbar und packe mich deshalb schon bei Herbsttemperaturen ein, wie ein Michelin Männchen. Die dicksten Jacken verstecken jede noch so schmale Taille. Die dicksten Stiefel die noch so schmalen Fußfesseln, der Schal die schmalen Schultern und die dicke Mütze die zurechtgemachten Haare. Für mich stand also schon immer fest: sobald die Temperaturen sinken, braucht mich niemand mehr angucken, da seh ich halt blöd aus und das ist voll ok so. Nach und nach fiel mir aber mit jedem neuen Jahr auf, dass das totaler Blödsinn ist. Klar, trage ich immer noch riesige XXL Schals und gefütterte Stiefel, aber wenn die halt an sich schon viel hermachen, ist es ja komplett egal, was da drunter ist. Deshalb freute ich mich also über das unerwartete Päckchen von Primark, das unteranderem diese Schals enthielt, die ich alle für sich ganz doll schön finde - besonders in Kombination zu meinen Öhrchen-Mützen von Zara. Wer mich schon länger kennt, weiß, ich bin ein Öhrchen Opfer! Dazu Stiefel, die eine dicke Profilsohle haben, ohne eine zu dicke Sohle zu haben. Die kuschlig gefüttert sind, ohne zu groß zu wirken und dazu ganz schmale Fesseln zaubern. Meine liebsten momentan sind von Tamaris und wurden von mir bei Elbandi geordert. Ob der Mantel dazu beigefarbend, schwarz oder grau ist, ist ganz egal, die passen alle! Ich freu mich jeden Tag wieder, meine neuen Lieblingswinteraccessoires über die dicke Jacke zu schmeißen, damit ich nicht mehr dieses langweilige Michelin Männchen sein muss, während ich auf dem Weihnachtsmarkt herumschlendere oder einfach durch die kalte berliner Luft steppe.
Shoes: Tamaris via Elbandi // Hats: Zara // Scarfs: Primark 




Sonntag, 13. Dezember 2015

Wave.

Es stand schon eine ganze Weile fest, dass mein Bruder an diesem einen Freitag, am 11. Dezember, nach Hamburg fahren würde, weil er dort einen Termin zum Stechen seines neuen Tattoos hat. In Hamburg, weil ihm der Tätowierer so gut gefallen hat, knapp 3 Stunden mit dem Auto von uns weg. Genau deshalb hat er mich gefragt, ob ich mitkommen würde, um die Autofahrt zurück zu übernehmen, wenn er dann vom stundenlangen Stechen müde und kaputt ist. Klar. Bei den letzten Tattoos habe ich ihn immer begleitet und mags irgendwie, dabei zu sein, wenn er was Neues gestochen bekommt. Auf der Autofahrt nach Hamburg verfiel ich dann in eine kleine Motzerei. Keine Motzerei, eher eine Nörgelei. Ich wurde mit jedem Kilometer, den Hamburg näher rückte, trauriger, dass er ein neues Tattoo bekommt und ich nicht.

Es stand schon eine ganze Weile fest, dass ich als nächstes Tattoo eine kleine, ganz filigran gestochene Welle haben möchte. Am liebsten in der Ellenbeuge, so dass ich sie selbst gut sehen kann. Eine Welle für's Surfen, für unsere Urlaube, den Sommer, das Wegfahren, Meer und alles drum und dran. Seit Monaten wünsche ich es mir und kam nie so recht dazu, einen Termin zu vereinbaren. Nicht einmal, mir den passenden Tätowierer auszusuchen.

Es stand schon eine ganze Weile fest, dass Felix Kienzle am 11. Dezember bei The Black Mess als Gasttätowierer arbeiten würde. Als ich da so auf der Couch saß und drauf gewartet habe, dass mein Bruder sich für Farben seines Motivs entscheidet, hat mich das Mädchen neben mir angesprochen. Ob ich auch gestochen werde. Nö. Trauer. Sie wartete gerade darauf, dass ihr Artist alles vorbereitet und war ganz aufgeregt, weil sie den Termin wohl erst 3 Tage vorher vereinbart hatte. Er wäre Gasttötowierer im Studio und hätte wohl auch so noch den ganzen Tag freie Termine zu vergeben, sodass sie überlegt, sich gleich noch eins machen zu lassen. Den ganzen Tag freie Termine zu vergeben. Freie Termine. Ich stehe also ohne weiter zuzuhören auf, klopfe an seine Tür und frage ohne Herzschlag, ob er etwa auch meine Welle machen könne. Klar, könne er. So in ner Stunde ca.

Es stand schon eine ganze Weile fest, dass ich, wenn ich endlich diese Welle habe, der glücklichste Mensch der Welt sein würde. Und das bin ich jetzt. Hoffentlich für eine ganze Weile.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Lifestyle: Thanks for being my Schwein.

Ich habe euch ja bereits einiges von meinem Schwein erzählt. Tollster Vogel der Welt und so, mit unserer großen Liebesgeschichte und so weiter. Jetzt gibt es da jedoch noch einen Part der Geschichte, den ihr sicherlich nicht hören wollt, der aber alles an der Unglaublichkeit der Geschichte nochmal toppt. Bei mir dürfen die Vögel immer frei in der Wohnung fliegen, wenn ich zu Hause bin. Ich mag's nicht, wenn sie den ganzen Tag im Käfig sitzen und mache deshalb so oft es geht, die Klappe auf. Sobald ich gehe, kommt Schwein angeflogen und lässt sich von mir auf meinem Finger sitzend zurück in den Käfig geleiten. Bis er mich dabei vor ein paar Wochen so dermaßen doll gebissen hat, dass ich aufgeschrien habe und mich dabei ertappte, stinkwütend auf ihn zu sein. Ich murmelte noch ein nettes "Arschloch" vor mich hin, setzte ihn in den Käfig und machte die Klappe zu. Kurz bevor ich gegangen bin, habe ich mich nochmal umgedreht, ihn mir noch einmal geschnappt, einen Kuss aufgedrückt und gesagt, dass ich ihn lieb hab. Alles andere hätte ich mir im Nachhinein vermutlich auch nie verziehen. Denn am Abend kam ich erst wieder und wurde nicht - wie sonst immer - mit lautem Gezwitscher begrüßt. Nach ganz kurzer Zeit fiel mir direkt auf, dass Schwein ganz seltsam in dem einen Spielzeug im Käfig hing. Das Spielzeug, bestehend aus drei Holzplatten, die durch ein Seil verbunden sind, ist extra für Wellensittiche gemacht und hängt schon seit einiger Zeit im Käfig. Schwein hat gerne damit gespielt. Unten hängen ein paar offene Seilfäden heraus und genau in diesen Seilfäden hängt Schwein. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was passiert ist und zu realisieren, dass mein Vogel sich mit dem Hals verfangen hat und erstickt ist, als ich nicht zu Hause war. Ich bin kurz mal für ein paar Stunden wie ein Baby heulend zusammengesackt und musste abwarten, bis jemand kam, um den Vogel abzunehmen. Tante Lieschen und ich vermissen unseren Kumpel ganz schrecklich doll und mussten in den letzten Wochen ein bisschen kämpfen, weil wir ja nie so warm miteinander geworden sind, wie Schwein und ich. Wir  haben da bald auch noch (positive!) Neuigkeiten für euch. Aber erstmal lass ich euch das hier verdauen.
Danke, dass du mein Schwein warst, Schwein. 



Montag, 30. November 2015

Reebok Classic Copper.

Ihr seht sie. Sie sind kupferfarben. Ich muss dazu wohl nicht mehr sagen?

Mach ich aber trotzdem. Denn diese Schuhe sind nicht nur atemberaubend schön an sich, sondern bringen auch noch eine ganz süße Geschichte mit sich. Ich suche sie schon ganz lang. Ausverkauft, nur noch in Größe 36 oder 41 vorhanden, bei Kleiderkreisel nicht auffindbar. Aber dank meiner Eva doch nicht unerreichbar für mich. Ich saß in Marokko in unserem Zimmer, um die GoPro aufzuladen. Mit dem Kopf vollkommen woanders, bei Sand und Wellen und allem anderen als Socken und festen Schuhen. Bis mir meine Eva dann halt eben diese Nachricht schrieb. Zuerst schickte sie mir ein Foto der Schuhe. Ich traurig, wieder mal, weil ich die ja so gerne haben wollte. Bis mir auffiel, dass sie das Foto selber geschossen hatte. Dass sie vor den Schuhen im Laden stand. Dass sie mich nach meiner Größe fragte. Wie betäubt habe ich sie durchgegeben, um dann zu hören, dass sie doch wieder einmal ausverkauft seien. Und um dann noch eine weitere Nachricht zu erhalten. Doch nicht ausverkauft. Ein paar konnte noch bestellt und an Eva geliefert werden. Und dann das "Ich hab sie gekauft!" Unendliche Dankbarkeit, ich als schreiendes Etwas durchs Haus rennend, meine neuen Schuhe zu Hause auf mich wartend. Danke Evi, du bist ein Goldstück!











Montag, 23. November 2015

Travel: Surfen in Marokko.

Wir waren gerade noch in Moliets, als wir anfingen, Marokko für den Herbst zu planen. Im letzten Jahr hat es für mich ganz gut geklappt, aus einem Urlaub zurückzukehren und den nächsten bereits ein paar Seiten weiter in meinem Kalender eingetragen zu haben. Seit vier Jahren surfe ich nun schon und versuche immer und immer mehr dem deutschen Grund zu entfliehen, um Wellen zu finden. So verstauten wir in Frankreich also die Surfbretter sicher in den Bordbags und waren uns bereits bewusst, dass wir sie schon bald wieder brauchen würden. Auf den Tipp eines Bekannten hin, fanden wir uns ein paar Wochen später in Marokko, in einem wunderschönen Haus wieder. Das Eden Surf Maroc wird von einem ganz bezaubernden Paar geleitet. Gefühlt war sie für den emotionalen Support zuständig und er warf sich mit uns in die Wellen, um aus unseren Anfängerskills sogar fast so etwas wie Surfen zu zaubern. Wir wohnten unter einem Dach mit einem weiteren Paar und wechselnden Urlaubern, die meisten aus Paris angereist. Morgens erwartete uns bereits das Frühstück, kurz bevor wir unsere Sachen packten und mit dem Hausherrn einen Strand suchten, um für zwei bis drei Stunden zu surfen. Nie hätte ich solche Konditionen erwartet. Das Meer war gnädig, die Wellen groß und trotzdem nicht zu doll.Voller Kraft und stabil. Mit der Woche wurde es immer schwieriger und wir immer besser. Nach der Morgensession wartete meistens bereits das Mittagessen auf uns. Es war von Anfang an schön, dass wir alle gemeinsam zum Essen beieinander waren, gefühlt gleichzeitig Englisch, Deutsch und Französisch sprechend. Im Anschluss an das Mittagessen konnte man uns nicht retten. Wir fielen der Reihe nach halb tot in den Betten zusammen, um den schmerzenden Muskeln einen Mittagsschlaf zu gönnen. Schließlich ging es meistens bereits anderthalb Stunden später wieder weiter, die Bretter aufs Autodach werfend, den nächsten Strand suchend. Das Wasser war warm. Der Sonnenuntergang in jeder Nachmittagssession atemberaubend. Ich hatte nicht wenige Momente, in denen ich beinahe lachen musste, weil ich das alles viel zu schön fand. Draußen auf dem Meer, gute Menschen um dich herum, das Brett unter dir und einen super Surflehrer, der den Countdown herunterzählt, bis er dich in die Welle pusht, um deine letzte Kraftreserve zu unterstützen, damit du diese fantastische Welle surfen kannst. Eventuell bleibt man noch auf einen Tee am Meer, oder man fährt zurück, wo schon wieder Essen auf einen wartet. Die marokkanische Küche kann und macht auch! Auf dem Fernseher laufen Surfvideos, draußen sitzt immer irgendjemand zum Quatschen. Das Zusammenleben im Haus gestaltet sich als ganz wunderbar. Das Paar aus Frankreich wird immer mehr zu Freunden. Und im Kopf schwirren gleichzeitig die Wellen des vergangenen Tages herum und die Vorfreude auf die Wellen, die noch folgen. Am Donnerstag wird die Nachmittagssession geskipped. Uns wird der Markt in Agadir gezeigt und am Abend wurden für uns Termine für eine Massage gemacht. Trotz leichter Angst vor Reiseantritt ist es ein grandioses Gefühl, ein afrikanisches Land zu erkunden. Auf dem Markt hören wir arabische Musik, werden angelächelt, nicht im geringsten dazu bedrängt, etwas zu kaufen. Man lässt uns probieren, gibt uns Zeit, alles anzuschauen und wünscht uns einen schönen Aufenthalt. Den haben wir. In diesem wunderschönen Land, das zuerst arm und bereits in der nächsten Straße höchst entwickelt wirkt. Die Wandelbarkeit von Marokko lässt sich kaum in Worte fassen. Das Land überrascht dich beinahe nach jeder Straßenecke neu. Du kannst im Hotel unterkommen und Marrakesh oder Casablanca bereisen. Du kannst aber auch, so wie wir, den Tag mit dreckigen Füßen in Flip Flops verbringen, mit dem klappernden Volvo die Küste entlangfahren und den ein oder anderen Straßenhund streicheln. Ich klicke mich durch die GoPro-Aufnahmen und formuliere im Kopf schon die Mail an das marokkanische Paar. Ich frage mich, ob sie im Januar Platz im Haus haben. Wenn ja, dann will ich den. Ich will wiederkommen, sofort!














Montag, 16. November 2015

Personal: Back home.

Es verbleiben drei Stunden Flugzeit. Drei Stunden Resturlaub. Man kann nicht behaupten, dass die Woche zu schnell verging oder zu kurz war. Am Flughafen fühlte es sich an, als wäre man vor viel längerer Zeit als nur einer Woche hier angekommen. Wir haben Marokko genutzt, so gut wir es nur nutzen konnten. Stunden haben wir täglich im Wasser verbracht, um unsere Surffähigkeiten zu verbessern. Wir haben Sonne getankt, das marokkanische Essen heruntergeschlungen und sind zur Ruhe gekommen. Gerade eben noch stand ich neben einer Palme, habe erst vor kürzester Zeit noch auf einem Brett im Ozean gesessen und versucht eine der ganz großen Wellen zu surfen. Eine gefühlte halbe Stunde zuvor habe ich noch in unserem schönen Innenhof gestanden und die Menschen verabschiedet, die diese Urlaubswoche zu einer noch schöneren gemacht haben.

Zurück in meiner Wohnung ist mir kalt. Die Räume sind ungeheizt und die Sonne scheint auch nicht herein. Die erste Waschmaschine läuft bereits, meine Neoprenanzüge hängen in der Dusche, um das restliche Salzwasser auszuwaschen. Mein Surfbrett wartet darauf, dass ich es vom marokkanischen Surfwachs befreie. Und ich? Ich warte darauf, dass der Countdown von vorne beginnt. Darauf, dass es vielleicht nur zwei Monate sind, bis ich all das wieder zusammenpacken kann und meinen Platz im Flugzeug suchen darf. Versteht mich nicht falsch, ich bin gern zu Hause. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen Menschen, die Arbeit in der Bar, ein bisschen sogar auf den Winter. Aber irgendwas in mir lebt dafür, wieder wegzukommen. Weite zu fliegen, etwas neues zu finden, auf der Suche zu sein. 


Montag, 2. November 2015

Mix it, baby!

Immer mal so zwischendrin hab ich euch ja schon davon erzählt, dass ich bei einem guten Freund von mir in der Bar arbeite. In unserem "Schurke" nämlich. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wir die coolste und gemütlichste und tollste Bar weit und breit sind und kann deshalb erleichtert sagen, dass die Arbeit dort wirklich viel Spaß macht. Da ich selbst nie die Ausbildung zur Barkeeperin gemacht habe, sondern als Stammgast vor dem Tresen kurzerhand hinter den Tresen geordert wurde, braucht es so seine Zeit, um zu verstehen, was ich da mache. Die abermillionen Rum- und Whiskysorten brechen mir mein Genick. Was nicht auf der Karte steht, kann ich nur mit Glück. Aber so langsam, ganz langsam, macht das alles Sinn. Und das liegt an den Menschen um unsere Bar herum. Ganz eng connected sind wir nämlich zusätzlich mit unserem geliebten "Pavlov's" und dem "Galander", wessen Leute nicht nur als Kollegen gut funktionieren, sondern Freunde sind. Und mit diesen Freunden sitze ich manchmal am Tresen des Galanders in Kreuzberg und genieße Kurse, die sie von ihrer Galander Bar Academy anbieten. So kommt es, dass man am Samstag Morgen schnell noch die Kneipe vom Arbeiten abschließt und nach wenigen Stunden Schlaf selbst am Tresen sitzt, um was über Cocktails zu lernen. Das schönste daran? Letztens hatten wir diesen Cocktail-Kurs und ich durfte ihn zusammen mit meiner Cousine machen, weil ich sie hinter den Tresen in's Pavlov's geschleust habe! So passierte es dann, dass wir am Samstag Vormittag schon Tequila und Whisky durchgetestet hatten und gegen Ende des Kurses mit leichtem ("leichtem") Schwips im Kopf selbst an die Arbeit mussten, um zu zeigen, was wir gelernt hatten. Bei der Bar Academy war es jetzt das zweite Mal, dass ich solch einen Kurs mitgemacht habe, beim ersten Mal bekamen wir für's Pavlov's und unseren Schurken eine besondere Personalschulung. Beide Tage haben unglaublich viel Spaß gemacht und mir gezeigt, wie viel Interesse ich an dem Thema Schnaps und Gastro habe. Die Kurse werden ansonsten auch sehr viel von Leuten besucht, die beruflich gar nichts mit Schnaps zu tun haben, aber privat einfach gern mal was drüber lernen wollen. Und so sitzt man dann da immer in einer bunt gemischten Gruppe und hat den Tag über riesen Spaß. Ich freu mich sogar ein bisschen, dass ich heute Abend wieder arbeiten darf und hoffe ganz fest, bald wieder am Tresen des Galanders sitzen zu dürfen, um mehr darüber zu lernen, was ich da überhaupt mache!

*Danke Jan und dem Galander, für die Bilder. Ihr seid super!