Freitag, 21. Juni 2013

Abgrund: Schulende.

Jedem steht es bevor, für jeden ist die Schule mal vorbei. Und jeder, wirklich jeder, hasst diese Zeit. Denn dieses große Fragezeichen über dem Kopf, dass dir böse Dinge in deinen Gedankenkreislauf wirft, will und will sich nicht ausradieren. "Was soll ich danach machen?" "Ist studieren das richtige für mich?".. Genau in der selben Situation befand ich mich vor genau einem Jahr. Was ich mache und wie ich das finde? Erzähl ich euch jetzt. Denn vielleicht ist das ja was für euch.

Ich studiere. Lehramt. In Rostock. 
Wieso nicht in Berlin? Der erste und ziemlich simple Grund ist, weil ich meiner Liebe nachgezogen bin. Kitschikitschi, ich weiß. Ist aber so. Das wäre ich allerdings niemals, wenn mir Rostock nicht auch so sehr gefallen hätte. Die Uni Rostock ist unfassbar gut betreut. Wenn du eine Frage hast, gibt es immer jemanden, der sie dir beantworten kann. In der kleinen Stadt Rostock gibt es ca drölftausend Universitätsgebäude, sodass jede Fachrichtung irgendwie ihr eigenes Häuschen hat. Das ist insofern sehr praktisch, als das du oft mit höheren Semestern deines Studiengangs lokal sehr nah aufeinanderklebst und dir da auch schnell mal Hilfe einholen kannst. Die sind auch alle ganz doll lieb, denn wir wohnen immerhin dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Und das Meer, die Meerluft und die Sommersonne, die uns hier oft besuchen kommt, macht uns deutlich glücklicher. 
Was noch ziemlich fetzt, ist die Mensa! Ich freue mich jeden Tag auf's neue, dort wieder essen zu gehen. Die ist fantastisch! Gourmet-Essen! Nee, aber mal im Ernst, seit irgendwie schon immer, wird die Mensa Rostock immer auf die ersten 3 Plätze des deutschen Mensa-Rankings gewählt. Und die Platzierung verdient sie auch. 
Wieso Lehramt? Ich war mir schon seit vielen Jahren sicher, dass ich Grundschullehrerin werden möchte. Mit diesem Gedanken bin ich in die Oberstufe gestartet und habe mich immer weiter in diesen Wunsch reingesteigert. Direkt nach Abschluss des Abiturs habe ich in einer Grundschule für 6 Wochen ausgeholfen und habe dabei jeden einzelnen Tag genossen. Den Gedanken, mit Kindern zu arbeiten, fand ich immer schon sehr schmackhaft, weil ich unbedingt Menschen um mich herum brauche und Kinder ganz besonders doll mag. Mit dem Lehramt studieren ist das jedoch so ein Ding. Der NC ist relativ hoch angesetzt und in einigen Fächern brauchst du auch eine Aufnahmeprüfung. Soweit ich weiß in Musik und Sport. Aber da kenn ich auch ganz viele, die diese Prüfung bestanden haben, also keine Angst. Die NC-Beschränkungen machen einem zuerst Angst, aber man sollte sich trotzdem einfach bewerben. Bei vielen Freunden von mir, hat es auch mit einem geringeren Abiturdurchschnitt geklappt, als es angesetzt war. Sobald du im Studium drin steckst, bist du erstmal überfordert. Denn dann merkst du, dass die Lehrer in der Schule vollkommen Recht hatten. Du bist komplett allein für dich verantwortlich. Im Lehramtstudium sogar noch schlimmer, als in anderen Studiengängen. Du musst dir deinen Stundenplan selbst zusammenstellen und hast nur eine Liste von Modulen, die du irgendwann mal in dem Studiengang belegt haben musst. Wie du deinen Stundenplan zusammenstellst, erklärt dir aber leider irgendwie niemand so richtig. Aber das schweißt dich schon mal ziemlich gut mit neu geknüpften Kontakten zusammen, wenn ihr euch da gemeinsam ransetzt und das zurechtfriemelt. Und irgendwann gewöhnst du dich auch an diese Unklarheit im Studium. Undzwar dann, wenn du begreifst, dass sich das nie ändern wird. Als Lehramtstudentin im zweiten Semester weiß ich immernoch so überhaupt nicht, wie der Hase hoppelt. Ein Freund im 6. Semester versteht das genauso wenig. Du tappst in diesem Studiengang im Dunkeln und hoffst einfach ganz doll darauf, dass alles klappt. Darüber muss man sich leider bewusst sein. Denn diese Lehrer-Regeln werden irgendwie jeden Monat neu umgeworfen und dann gibts neue Regeln für den Studiengang. So wie es in der Schule halt irgendwie auch war - 13 Jahre Abi oder doch nur 12? Präsentationsprüfung als Abiturprüfung oder lieber doch eine schriftliche Ausarbeitung? Usw. Aber lasst euch gesagt sein, man schafft das alles irgendwie. Ich, als verplantester Kopf überhaupt, bin da bis jetzt durchgestiegen und habe sogar Momente in denen ich Herrin der Lage bin. Und wie gesagt, wenn man das mal nicht ist, dann hat man immernoch Menschen zum Nachfragen. Von den Fächern her ist auch alles machbar. Außer Mathe - in Mathe wird vieles vieles von einem abverlangt. Superfreund hat als ehemaliger Informatikstudent letztens über meine Mathefolien geschaut und gesagt, dass er das in seinem Informatikstudium auch alles machen musste. Hallo? Wieso brauchen wir das dann für die Grundschule? Wie auch immer, muss man durch. Da hilft nur gute Nachhilfe oder ein mathematisches Superbrain.

Überlegt es euch gut, ob ihr mit Kindern arbeiten wollt. Meiner Meinung nach ist selbst der Unterschied zwischen Grund-, Regional- und Gymnasialstufe sehr stark. Die beiden höheren Schulformen könnte ich mir für meinen Arbeitsalltag überhaupt nicht vorstellen, die Grundschule jedoch stellt mich vollstens zufrieden. Da muss man seinen richtigen Weg schon mit viel Grübelei herausfinden, aber das wird klappen. Ich glaube ganz fest daran, dass ihr alle früher oder später genau das Richtige für euch finden werdet und drücke euch die Daumen, dass es lieber früher als später passieren wird.

Kommentare:

  1. Also der Beitrag macht mir Angst vor der Uni :D Bin nämlich jetzt fertig geworden, und werde fürs Studieren wegziehen müssen. Ganz alleine auf mich gestellt sein. Uhhh, aber wenn du sagst, dass man das schon irgendwie auf die Reihe kriegt, beruhigt das ein bisschen :D:D
    Liebe Grüße
    Isy von sea-of-daydreams.blogspot.de

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  2. Ich habe jetzt mein Abi in der Tasche und weiß absolut nicht was ich machen will. Will aber unbedingt in Berlin bleiben.
    Ach Carrie du wirst eine richtig sexy Lehrerin sein *.*

    Nelly x

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  3. Was für ein klasse Beitrag, ich interessiere mich auf für ein Lehramtsstudium.
    Mich interessiert allerdings etwas anderes ebenfalls: Wie fianzierst du dein Studium? Zu Hause wohnst du ja nicht mehr, kaufst dir mehrmals im Monat tolle Dinge... ;)
    Das ist ein sehr privates Thema, aber wenn du einen kleinen Einblick geben könntest, wäre es toll.
    Ich möchte auch studieren, aber die Finanzen schrecken mich eben ab :(

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  4. Die schlimmste Zeit nach dem Abi???
    Das ist doch das Beste und am allerbesten ist Studieren!
    Sicher, die ersten 2 Wochen sind der Wahnsinn, weil man NICHTS blickt, aber das ändert sich ganz schnell und man wurschtelt sich dann ja auch durch. Gut, Mathe muss man mögen (Ich studiere Psychologie, da denken auch immer alle "Geisteswissenschaft", ist aber zu etwa 40% Bio, 10% Anderes und 50%.... MATHE). Aber auch da kommt man durch, es ist nicht so schlimm wie in der Schule (je nachdem wo man eben Abi gemacht hat, aber wenn man das will schafft man das auch)!

    Wenn man mal von den Prüfungszeiten und Hausübungen absieht, ist Studieren einfach super! Du DARFST das studieren, das dich interessiert und NICHTs anderes - wie in der Schule!
    Also bloß keine Angst!

    LG Vera

    P.S.: Ich habe im ersten Semester nebenbei Lehramt gemacht, weiß also was du da zum Teil durchmachen musst ;)

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    1. wenn man erstmal im studium steckt, ist es wirklich klasse. aber die zeit nach dem abi, in der man keine ahnung hat, was man machen möchte und wenn ja, ob man an der uni angenommen wird etc.. die ist doch total furchtbar. :)

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  5. wahre worte mein herz!!!!! knutschi

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  6. Schöner Beitrag :)

    Ich hoffe du landest in einer Grunschule und hast all das was du dir wünschst!! Ich kenn die Probleme des Lehramt-Studiums - habe viele Freunde die das auch studieren!

    LG

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  7. Danke für den tollen Post! Hab auch grad mein Abi gemacht und furchtbare Angst vor der Uni,daher hab ich mich entschieden erst nächstes Jahr zu studieren und erstmal ein FSJ zu machen. Ich strebe nämlich auch ein Lehramtsstudium an. Allerdings für's Gymnasium, da ich eher mit älteren Kindern zurecht komme und auch lieber mit ihnen arbeiten will. Dass man da auch als verplanter Mensch durchsteigt,beruhigt mich aber ungemein.

    Allerliebste Grüße

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  8. Vielleicht ist das ja an deiner Uni so, aber an vielen Unis muss jeder seinen Stundenplan allein zusammen stellen, egal ob Lehramtsstudent oder Pholiosphie (oder was auch immer ;D) (:

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  9. ach ich kenne noch viele die Dipl. und Magister etc studiert haben dagegen sind die BA/ MA Studiengänge was die Orga angeht wahre Wohltäter und nah am Schulsystem angelegt.

    Ich mochte das studieren und es gibt meistens genügend Seminare und Tutorien die einem die Angst vorm Studenplan etc nehmen....

    was mich an meinem Studium genervt hat waren die ganzen Klausuren das ist für mich nicht so ganz der Sinn, mein Schnitt wäre besser (wobei ich mich nicht beklagen kann...) wenn ich mehr Hausarbeiten und wissenschaftliche Arbeiten hätte schreiben dürfen.
    (aber nun gut ich hab auch geisteswissenschaftliche Fächer studiert...) dieses Bulemielernen zu dem sich die BA Studiengänge entwickelt haben finde ich so schade...denn gerade dieses tagelange in den BiB sitzen und Literatur sichten und mit seinem Thema vereinbaren war für mich der Reiz des Studiums.... nicht zu hause auswendig lernen....
    ich hab die Zeit für meine BA Thesis genossen

    *sorry musste mich mal kurz auskotzen*
    , vor allem weil ich mich direkt nach Abi,wegen eines sehr schlechten Schnittes, nicht getraut habe direkt zu studieren (dann hätte ich noch Dipl. machen können...)

    was ich eigtl. sagen wollte:
    ich hoffe/ wünsche mir das du gerade im Grundschullehramt viel Pädagogik hast...ich sehe es hier bei den Lehrämtlern dass die einfach viel zu wenig machen müssen in dem Bereich....

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  10. also ich studiere jetzt auch lehramt. hab aber schon einen abgeschlossenen bachelor of science in einem naturwissenschaftlichen studium, hab dann aber noch auf lehramt umgesattelt weil ich nicht in die industrie wollte naja egal :D und lehramt ist dagegen echt pipifax...es ist so einfach, dass ich mich manchmal frage warum das eigentlich noch studium heißen darf...aber vielleicht liegt das auch an meiner uni und meinem fach (politik und wirtschaft). und ich muss mir definitiv auxh alles selbst zusammensuchen studenpläne etcpp. wenn man aber nicht total banane im kopf ist kriegt man das system schnell raus und man kann ja sonst auch leute fragen.
    also alle abiturienten die hier überlegen geisteswissenschaftliche sachen zu studieren, habt keine angst das schafft wirklich jeder. da fällt niemand durch!

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