Montag, 7. Oktober 2013

Back to University.

Expectation

07:30 Uhr. Mein Wecker klingelt und ich wache langsam auf. Ich strecke mich und freue mich sogar ein wenig über den Tagesbeginn, denn heute geht die Uni endlich wieder los. Nachdem ich monatelang ausgeschlafen und wie ein Faultier gelebt habe, fühlt es sich gut an, endlich wieder früh aufzustehen und produktiv zu sein. Zähne putzen, Schminken, leichte Wellen in die Haare zaubern. Anschließend zusammen mit dem Superfreund frühstücken, ganz in Ruhe und gemütlich, um den ersten Unitag zu feiern. Danach in das bereits am Vortag zurechtgelegte Outfit schlüpfen, das perfekt für die Rückkehr zur Uni überlegt wurde. Das Wintersemester steht an, die Erstsemestler kommen und es werden erste Eindrücke der Kommilitonen gesammelt, bei denen ich gut abschneiden will. Mit perfektem Make Up, einem überzeugenden Outfit und dem dazu passenden Nagellack, den ich schon am Tag zuvor aufgetragen habe. Zum Überwinden des kühlen Herbstmorgens koche ich kurz vorm Verlassen des Hauses meinen Lieblingstee auf und fülle ihn in meinen Thermosbecher von Starbucks. Auf dem Fahrrad genieße ich die frische Brise auf dem Weg zur Uni und komme pünktlich um 8:45 Uhr an.

Reality

 Nachdem ich gestern viel zu spät in's Bett gegangen bin, reißt mich der Wecker um 08:19 Uhr ruckartig aus dem Schlaf. Mit angeschwollenen Augen von zu wenig Schlaf, schaue ich drauf, sehe die Uhrzeit und begreife. SCHEIßE! Die Uni geht heute erst los und ich komme schon zu spät. 40 Minuten noch, bis die erste Veranstaltung beginnt. Das Karohemd vom Superfreund auf der Bettkante gesichtet und schnell unter dem Arm geklemmt, renne ich aus dem Schlafzimmer und putze mir in windeseile die Zähne, während ich in das Hemd schlüpfe und dabei meine Haare kämme. Autsch! Die Haare sind verknotet, ziepen und müssen deshalb heute ohne richtiges Kämmen auskommen. Ich sehe aus wie Ronja Räubertochter. Zum riesigen Männerhemd wird schnell eine schwarze Leggings kombiniert und ein paar Turnschuhe an die Füße gezogen. Ich schmeiße mit noch eine Perlenkette um, damit das mit den verknoteten Haaren nicht so auffällt. Ich hoffe sie verdreckt auch den verschmierten Nagellack, weil ich am Abend zuvor nicht geduldig warten konnte, bis er trocknet. Das aufgekochte Wasser für den Tee schütte ich mir nicht zu knapp über die Hand und schmeiße den Teebeutel deshalb sauer in den Mülleimer. Nochmal Scheiße! Anschließend werfe ich mir noch schnell 3 Sonneblumenkerne in den Mund, damit ich mir einbilden kann, irgendetwas im Magen zu haben, bevor ich die Wohnung verlasse, mein Fahrrad aus dem Keller hole und keuchend zur Uni hetze. Beim Fahrrad fahren schmier ich mir ein wenig Schminke in's Gesicht und sehe schließlich aus, als hätte ich mich zum ersten Mal an Mama's Schminkkästchen probiert. Am Audimax angekommen, springe ich vom Fahrrad und will es schnell anschließen, als mir auffällt, dass ich das Schloss vom Freund geschnappt habe, für das ich keinen Schlüssel besitze. Dreifach Scheiße! In der Not quatsche ich zwei fremde Mädels an, die auch zu meiner Vorlesung müssen und bitte sie, mein Fahrrad mit anzuschließen. Gott sei Dank, sie helfen mir lächelnd! Ich renne weiter zur - bereits begonnenen - Vorlesung und bemerke: sie bringt mir gar nichts. Alles was gesagt wird, hat man mir schon im Jahr zuvor erzählt. Prima. Deprimiert fahr ich, mit knurrendem Magen, wenige Stunden später zurück nach Hause, wo ich bemerken muss, dass mein Display vom Ipad gesprungen ist. (An dieser Stelle lasse ich das einfach mal mit den Kraftausdrücken sein, denn zu dieser Situation fallen mir nur ganz furchtbare ein, die hier niemand hören mag..). Ein heruntergefallenes Glas und eine Schnittwunde im Finger später, setze ich mich einfach still auf die Couch und resigniere. Dieser Tag hat mir deutlich vermittelt, dass ich heute nicht hätte aufstehen dürfen. Das das so ein Tag ist, den ich einfach nur überstehen muss. 

Das Schlimmste daran? Dieser Tag gleicht zu vielen meiner Unitage.

 Shirt: Iriedaily // Necklace: Bijou Brigitte // Lips: MAC "Quick Sizzle"

Kommentare:

  1. wunderhübsch <3

    Montag beginnt mein erster Tag #angst

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  2. Ja man stellt es sich immer etwas entspannter vor, finde dass der Lippenstift dir super steht♥
    Alexa
    http://fashiondieslast.blogspot.de/

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  3. Aber du siehst doch perfekt aus :) Doofe Tage sind doof. Manchmal ist das so. :/

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  4. Du siehst trotzdem bezaubernd aus - hätte ich Dich heute das erste Mal gesehen, hätte ich gedacht 'Klasse Haare, das Hemd liebe ich und dieser Lippenstift - den will ich auch haben!' :)

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  5. Oh du Arme! Ich hatte letzte Woche meinen allerersten Unitag und hatte ihn auch so wie du geplant, glücklicherweise lief bei mir aber alles gut :)
    Und auf den Bildern siehst du trotzdem sehr schön aus!
    Alles Liebe <3

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  6. hmm, blöd. aber die erste geschichte war eh zu langweilig und perfekt ;)

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  7. Genau so oder zumindest ziemlich ähnlich sieht mein erster Uni Tag auch immer aus.. aber mittlerweile gehe ich etwas entspannt ran.. ich mein wer kann sich bitte noch am nächsten Tag an dich erinnern :)

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  8. Ich wünschte, ich würde auch so wundervoll aussehen, nach so einem Morgen ♥ Und trotzdem konntest du noch freudestrahlend in die Kamera lächeln :) Es tut mir wahnsinnig leid, aber ich musste echt lachen! Gerade mit solchen Geschichten wirkst du einfach noch viel viel sympathischer, als du es ohnehin schon bist. Dass du toll aussiehst, hatte ich ja bereits erwähnt. Ok und ich höre jetzt auf mit dem fangirlen :D
    Liebe Grüße :)

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  9. Die Kette sieht sehr schön aus :)

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  10. Schon wieder ein sehr schöner Text von dir <3

    Kann deine Misere auch total nachvollziehen, es klappt ja selten alles so wie man es plant ; )

    Liebe Grüße

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