Freitag, 14. Februar 2014

First Apartment.

Vor nun schon über einem Jahr, habe ich zum ersten mal die Tür meiner ganz eigenen Wohnung aufgeschlossen. Zusammen mit dem Superfreund habe ich monatelang gesucht, um etwas passendes zu finden und das letzendlich auch zugesagt zu bekommen. Endlich eingezogen, haben wir uns das geschaffen, was uns glücklich macht. Unseren Wohlfühlraum, den Rückzugsort, das eigene zu Hause. Hätte man mich vor einem Jahr auf das Thema "bei Mama und Papa ausziehen" angesprochen, hätte ich vermutlich laut angefangen zu lachen und dem Fragensteller einen Vogel gezeigt. Ich zieh noch nicht aus! Ich lieb das bei meinen Eltern! Aber nichts da. Da war der Superfreund, der zum Studieren in den Norden gezogen ist und die blöden Berliner Universitäten, die mich sowieso nicht haben wollten. Also stand auch für mich fest, dass ich nach Rostock ziehen werde. 
In diesem Jahr habe ich eine Menge Erfahrungen gemacht, was die erste eigene Wohnung, das Zusammenziehen mit dem Freund und meine Einrichtungsgeschichten angeht. 
Da wir alle irgendwann an diesen Punkt gelangen, gibt es jetzt meine kleinen Tipps und Tricks:

Viel, viel, viel Zeit einplanen
Ich habe nicht mitgezählt, bin mir aber sicher, dass wir mindestens 32476345764 Wohnungen besichtigt haben und davon  32476345763 Absagen erhalten haben. Wohnungsbesichtigungen wurden nicht selten zu 20igst durchgeführt und am Ende hat dann der gewonnen, der schon alle Unterlagen beihatte und direkt vor Ort unterschreiben konnte. Die Wohnungssuche macht müde und keinen Spaß und ist sowieso voll blöd. Also fangt früh genug an, um euch von dem Stress nicht unterkommen zu lassen. Wichtig ist: das ist meine Erfahrung! Freunde von mir gingen spontan los, fanden die Traumwohnung und zogen ungefähr eine Stunde später auch schon ein. Aber um kein Risiko einzugehen, muss man eben mit dem Schlimmsten rechnen.

 Vorbereiten, um Geld zu sparen
Schon ganz ganz lang habe ich für die Wohnung gesammelt und alles mögliche in Kisten verpackt, was mir für ein selbstständiges Leben wichtig erschien. So brauchte ich nicht direkt am Umzugstag alles mögliche besorgen und dabei vermutlich noch die Hälfte vergessen, sondern habe nach und nach zusammengetragen, was in einer Wohnung vorhanden sein sollte. Nicht nur einmal habe ich bei meiner Mutter im Schrank gekramt und gefragt "brauchst du das noch oder darf ich das haben?". Sie war sogar so nett, mir zu Weihnachten einen Adventskalender zu basteln, der jeden Tag eine Kleinigkeit für die Küche beinhaltete. So war für Teelöffel, Gemüseschäler und Salzstreuer schon früh gesorgt! Schaut euch am besten im Umfeld eurer lieben Erwachsenen um, was sie abzugeben haben, denn da wird immer was dabei sein. Besonders bei den Müttern, die - so wie meine - unter der bösen Tupperwarensucht leiden!

 Auf die günstigen Alternativen ausweichen
Klar träumt man immer von den perfekt ausgestatteten eigenen 4 Wänden und malt sich aus, wie wunderbar das alles aussehen kann. Das habe ich genauso gemacht! Aber wenn man dann im Möbelgeschäft steht, zerplatzen die ganzen Träume plötzlich. Man braucht auf einmal viel mehr, als man ursprünglich dachte und das ist dann auch alles noch deutlich teurer, als geplant. Da wird dann schnell mal ein Wäscheständer wichtiger, als die süßen Kerzen, die man für das Wohnzimmer gedacht hatte. Deshalb braucht die Wohnungseinrichtung ganz viel Organisation und man selbst muss sich eingestehen, dass man halt erstmal ein wenig zurückstecken muss. Besonder bei uns beiden ist die Finanzierung durch unsere Eltern die einzige Möglichkeit, überhaupt in der eigenen Wohnung wohnen zu können, um in Rostock zu studieren. Und die Eltern möchte man ja eigentlich eher ungern finanziell belasten. Einige Möbel haben wir deshalb schon aus unseren Kinderzimmern mitgebracht, um möglichst wenig neu kaufen zu müssen. Und um dann noch beim Möbelkauf letzendlich möglichst günstig wegzukommen, haben wir nicht in erster Linie auf das Aussehen geachtet, sondern meistens einfach die günstigste Option genommen. Wenn ich ganz frei, ohne jegliche Finanzierungsprobleme einrichtien könnte, dann hätte ich am liebsten dunkelbraune, superalte Schränke mit abgerundeten Beinen aus dem Antiquitätengeschäft besorgt! Aber was nicht ist, kann ja noch werden.  Und wenn ich jetzt mal was ganz gemeines sagen darf: an die Pärchen, die zum ersten Mal zusammenziehen, seid euch über die Risiken bewusst. Wer weiß, ob das klappt oder ob im Endeffekt die teuren, erst kürzlich angeschafften Möbel im Trennungsstreit aufgeteilt werden müssen?

Eine gegenseitige Privatsphäre einrichten
Wir haben von Anfang an ausschließlich nach 2-Zimmer-Wohnungen gesucht. Jeder von uns sollte auch mal die Tür hinter sich zumachen können. Versteht mich jetzt nicht falsch, ich lieb den Superfreund doll und will den auch eigentlich immer um mich herum haben.. Aber eben nicht, wenn ich grad meine Mädenserie gucken oder einfach lernen mag, ohne dabei seine Musik hören zu müssen. Die Aufteilung war schnell klar, sein Schreibtisch und Kleiderschrank im Schlazimmer, mein Schreibtisch und Kleiderschrank im Wohnzimmer. Und das klappt prima. Ihr ahnt nicht, wie schön das ist, den ganzen Tag in getrennten Zimmern zu lernen, sich ab und zu für ein Küsschen zu besuchen und abends ins gemeinsame Bettchen krauchen zu können. 

Geduldig sein und sich selbst finden
Bevor wir zusammengezogen sind, waren wir knapp 3 einhalb Jahre zusammen. Wir haben fast nie eine Nacht getrennt verbracht, sondern sind möglichst immer nebeneinander eingeschlafen. Zu oft sehen - das gab es bei uns nie. Aber dennoch ist dieses 24/7 beieinander sein dann doch noch was anderes. Da ist es ganz egal, wie lang oder kurz man zusammen ist, man muss sich da einfach arrangieren. Plötzlich hat man die gemeinsame Dreckswäsche, die in die Waschmaschine muss, den staubigen Belag auf den Schränken, den man beseitigen sollte und das benutzte Geschirr in der Küche, das sich zu immer höheren Geschirrtürmen entwickelt. In der Beziehung tauchen nach und nach immer neue Konfliktpunkte auf, für die man eine Lösung braucht - und diese zu finden, kann etwas Zeit beanspruchen. Bei uns kam es in den ersten Wochen und eventuell sogar noch Monaten öfters zu Reibereien als sonst. Und um diese zu klären, muss man Zeit einplanen. Gebt euch nicht direkt auf, weil ihr denkt, dass ihr euch plötzlich über so einen Blödsinn streitet - wartet aber auch nicht zu lang ab, wenn es einfach nicht funktionieren möchte. Wir haben unseren Weg gefunden und sind jetzt unheimlich zufrieden, aber es geht eben auch anders. Lasst eure Beziehung nicht daran scheitern, dass euch diese Konflikte zu viel sind. Dann sucht ihr euch eben doch getrennte Wohnungen und lasst euch mit dem Zusammenziehen noch ein wenig Zeit. Aber ihr habt euch dann immerhin nicht durch herunterzubringenden Mülltüten kaputt machen lassen.

Den GEMEINSAMEN Stil finden  
Mit mir zusammenziehen, ist nicht ohne. Anfangs habe ich mich erst einmal ausprobiert, wie noch nie in meinem Leben. In der einen Woche ist alles mit holzigen Dekoaccessoires und kupfernen Kerzen voll. In der nächsten Woche findet man plötzlich überall mädchenhafte Rosendesigns und weiße Rüschen. Doch irgendwie, sieht der männliche Partner zwischen den rosanen Duftkerzen ein wenig absurd aus. Deshalb muss man sich irgendwie einigen. Unsere Einigung: wenn unsere Heimatsstadt Berlin plötzlich 200km weit weg ist, holen wir sie uns eben nach Rostock in die eigenen 4 Wände. So wird dann alles bekritzelt und mit sämtlichen Stickern vollgekleistert, die uns irgendwie an zu Hause erinnern. Alles was uns durch den Kopf schwirrt, wird direkt an unsere "Kopfwand" über der Couch gehangen, die eigentlich im Wochentakt immer wieder erneuert oder verändert wird. In unserer Wohnung ist nichts beständig, da ist alles so, wie es uns gerade gefällt. Ein bisschen urban, ein bisschen verdreht und vor allem voll von Ironie. So legen wir unseren Schlüssel auf dem Kaugummiautomaten ab, wenn wir zur Tür hereinkommen. Auf diesem Automaten stehen Kunstblumen, die ich so abartig hässlich finde, dass ich sie schon wieder für lustig halte und demenstprechend stark feier! Eigentlich unpassend stehen direkt neben meinen Nagellacken und Ketten unsere Longboards und bilden damit wieder genau den Kontrast, den ich gerne habe. Nichts verfolgt ein klares Schema, es wird halt einfach gemacht. So, wie wir es beide gern haben.
Oder so, wie ich es eben gern haben möchte und er sich nach und nach dran gewöhnt. Hihi.


Mein letzter Tipp: habt keine Angst vorm Aus- oder sogar direkt Zusammenziehen. Natürlich ist es nirgendwo schöner als zu Hause, aber wenn man die Eltern so oft wie möglich besucht, ist ein gemeinsamer Abend gleich doppelt so schön. Und in der restlichen Zeit, darf man machen, was man will - das ist doch was, oder?





Kommentare:

  1. der post ist super! ich kann das so unterschreiben, da ich das alles auch schon durch hab :)

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  2. wirklich schöner post..haha les das so durch und seh das "na das ist ja ganz bezaubernd"-foto und realisier das ich das ja kenn..und dann merk ich dass das ja in augsburg ist..schön ein stückchen heimat/hometown bei dir im wohnzimmer zu finden :)

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  3. wirklich schöner post..hihi schau mir die bilder an und seh das "na das is ja ganz bezaubernd"-foto und denk mir so "das kenn ich doch"..und dann realisier ich dass das ja augsburg ist ..schön ein bisschen heimat/hometown bei dir im wohnzimmer wiederzufinden :D

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  4. och hübsch, ich mag die "leeren" bilderrahmen.
    ich bin vor 6 oder 7 jahren mit meinem mann zusammengezogen und es gab nie probleme oder streit wegen der einrichtung und all dem. da habe ich glück gehabt.

    ich wünsch euch einen tollen abend.

    lg
    http://rockinglace.blogspot.de/

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  5. Das Bild mit "Na das ist ja ganz bezaubernd" hast Du das selbst gemacht? Kommst Du zufällig aus A.? Denn da hab ich es fotografiert :)

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    1. Das ist genau das aus Augsburg! Wollte ich gerade bemerken :D ist nämlich meine heimatstadt und ich lauf jeden Tag dran vorbei!

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    2. Eine Freundin hat mir das geschickt. Ich wusste nicht, wo das steht - aber Augsburg trifft auf sie zu. :) Das find ich witzig.

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    3. http://4.bp.blogspot.com/-IZ7QwXm0TME/T5rwC-kDXpI/AAAAAAAAAYE/rkHEwMD7G1E/s1600/IMGP0011.JPG

      Da hab ich es mal geposted, mir hat das nämlich auch so gut gefallen.

      Kleine Hintergrundinfo am Rande (falls es Dich interessiert)
      Die schwarze Blume die daneben gemalt ist, hat ein früherer Kumpel/Bekannter von mir gemacht. Und zwar ÜBERALL in Augsburg (Ampeln, Wände, Unterführungen, Stromkästen) Irgendwann wurde sie sogar richtig bekannt, weil sie wirklich in den verschiedensten Stadtteilen (über 470 Stück hat er gemacht) zu sehen war. Er hatte damals wegen einer meiner Freundinnen Liebeskummer und hat es für sie gemacht. Leider hat er es übertrieben und irgendwann auch auf Autos und öffentliche Gebäude gemalt...sie haben ihn erwischt und er musste...naja an diesen Ort mit Gittern vor den Fenstern. Viele Augsburger fanden es aber toll und haben es als Kunst betrachtet "Augsburger Blume"
      http://www.merkur-online.de/aktuelles/bayern/augsburg-blumenmaler-gericht-2510238.html

      Aber so viel zu dieser kleinen Blume ;)

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  6. Woaaah, woher habt ihr den Kaugummiautomaten? Der ist sowas von toll!

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  7. MUHAHHA das Machete Bild ist ja echt geil! Gut gemacht, weiter so!

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