Donnerstag, 25. Juni 2015

Moving.

Ich bin also umgezogen. Städteübergreifend. Ich wollte nach Hause zurück und hab das mit einem riesigen Haufen voll Glück auch unfassbar schnell geschafft, was glaube ich alle überrascht hat, die das mitbekommen haben. Als der Entschluss für mich fest stand, dass ich nicht mehr in Rostock wohnen mag, hat es mir bereits vor der Wohnungssuche in Berlin gegraut. Man hört ja immer die schlimmsten Sachen! Vor allem wollte ich so unbedingt nach Kreuzberg, was an günstigen, schönen und freien Wohnungen eigentlich so ziemlich gar nichts zu bieten hat. Dachte ich. Also habe ich mal ein bisschen im Internet gestöbert und eine Wohnung in genau der Gegend gefunden, wo ich so gern hin wollte. Sie war zu groß und zu teuer, aber trotzdem wollte ich gern zur Besichtigung, um mal einschätzen zu können, wie das da so läuft. Welche Papiere ich brauch, wie groß der Ansturm ist, wie früh ich tatsächlich anfangen sollte, meine Wohnung zu suchen. Bei der Besichtigung der erste Schock: ich war ganz allein. Die Maklerin, eine direkt vom ersten Treffen an sehr sympatische Frau, wurde von der Hausverwaltung angestellt und führte die Besichtigungen einzeln durch. Der nächste Schock: die Wohnung war noch schöner, als auf den Bildern im Internet und zudem noch zu haben. Mit Kloß im Hals musste ich zugeben, dass sie mir leider zu groß und zu teuer ist und dass ich dann wohl weitersuchen müsste. Und jetzt kommt's. Ihre Antwort war lässig, meine Reaktion innerlich ein Feuerwerk. Im Hinterhof hatte sie noch eine andere Wohnung, die sie mir zeigen wollte. Diese war kleiner, aber nicht zu klein. Günstiger, viel günstiger. Komplett frisch sarniert, Stuck an der Decke, Dielen am Boden. Frei für mich, sagte sie. Die Wohnung wurde noch nicht inseriert, da noch kleine Aufgaben von den Handwerkern zu erledigen waren. Ich WOLLTEBRAUCHTEWOLLTE diese Wohnung! Das war so wahnsinnig alles, dass ich direkt an Carrie Bradshaw im ersten SATC Film denken musste. Klar, hier steht es gerade Penthouse gegen Hinterhof-Single-Wohnung, aber ihr versteht das schon irgendwie. Frei nach dem Motto "Hallo, ich wohne hier", hätte ich sofort den Mietvertrag unterschrieben, wäre dies möglich gewesen. Allerdings war da noch der Haken, dass ich die Zusage meines Vaters für die Wohnung benötigte. Als Studentin ist seine Unterstützung das beste, was mir passieren konnte. Er war allerdings nicht so begeistert von der Idee, dass ich direkt Hals über Kopf sagte, ich möchte zurück nach Berlin, in eine eigene Wohnung, ohne nur kurz an die Option zu denken, dann wenigstens vorerst zu meinen Eltern zurückzuziehen. Ich rannte nach der Besichtigung beinahe zurück nach Hause und bewarf ihn dermaßen überdreht mit Fakten darüber, wie toll die Wohnung sei und das dies ein Angebot ist, wie ich es so schnell nicht wieder finden würde und und und.

Größtes Pro der Wohnung? Die Personen, die im Umkreis von ca 3 km hinter ihren eigenen Wohnungstüren sitzen. Ich laufe 5-10 Minuten und kann den engsten Freundeskreis, plus meinen Superbruder besuchen. Zwei der wichtigstens wohnen sogar unmittelbar um die nächste Ecke herum und haben sich direkt mal den zweiten Wohnungsschlüssel gekrallt, um mir Bilder von sich in skurrilen Aktionen aus meiner Wohnung zu schicken, wenn ich nicht da bin. Sie stellen nicht nur Schund mit meinen Zahnbürsten an, sondern beziehen netterweise auch einfach mal mein Bett neu, wenn ich bis spät in die Nacht arbeiten muss.

Kurz vor meiner diesjährigen Geburtstagsparty hat sich mein Vater dazu breitgeschlagen, mit mir die Wohnung zu besichtigen. Ich war schweineaufgeregt und habe Stoßgebete gen Himmel gerichtet, dass sie ihm genau so gut gefallen würde, wie mir und natürlich, dass er dem Ganzen zustimmen würde. Eben genau an diesem Geburtstagsfeierabend ging es dann um seine Entscheidung. Als zwei meiner liebsten Lieblingsfreunde, eben die, die direkt an der nächsten Ecke wohnen, hereinkamen begrüßte er die zwei, schüttelte ihnen anschließend die Hand und sagte grinsend: "Mein Beileid zu eurer neuen Nachbarin!" Damit war's raus und wir lagen uns in den Armen, nachdem ich kurz schreiend durch die Bar gerannt bin.

Dann ging alles los, dauerte lang und ist zugegebenermaßen immer noch nicht ganz abgeschlossen. Von den Ecknachbarfreunden habe ich unheimlich viele Möbel bekommen, alles andere wurde entweder dazu gekauft oder wurde mit der Superbande aus Rostock abgeholt. Dass ein Umzug mit so viel Gepacke und Geschleppe Spaß machen könnte, haben die mir erst gezeigt. Alles zu Hause rein, nach und nach auspacken, gefühlt täglich mit Hilfe vom unersetzlichen Tischlerfreund und so langsam auch wirklich ankommen. Ich liebe diese Wände, den Boden, die Decke, alles! Ich liebe es, dass ich mich nachts in weiße Bettwäsche kuscheln kann, obwohl alle Menschen, mit denen ich zuvor zusammen gewohnt habe, das immer blöd fanden. Ich liebe es, dass ich nach Hause komme und Überraschungen von Freunden auf meinem Fensterbrett finde, die eben mal so beim Gassi gehen dran vorbeigelaufen sind. Ich liebe die Nähe zur Stammbar, zum Lieblingsrestaurant, zum zu Hause fühlen. Da wollte ich schon so lange hin. Da bin ich jetzt.









Kommentare:

  1. Eine Wohnung, in der man sich wohl fühlt, ist sooososo viel wert! Ich freu mich für dich : )

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  2. Die sieht aber auch echt schön aus! Ich bin vor einem Monat innerhaln Friedrichhains umgezogen und hatte vorher auch Angst wg. der vielen Besichtigungen, letztendlich hab ich aber die erste Wohnung, die ich besichtigt habe, genommen und auch bekommen. War dann nur recht stressig, quasi Hals über Kopf aus meiner WG zu ziehen haha.

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  3. Superschön deine neue Wohnung, man muss manchmal auch einfach Glück haben :)

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  4. Ich werde nächstes Jahr zum Studieren nach Berlin ziehen und habe dann hoffentlich genauso ein Glück bei der Wohnungssuche! Dir herzlichen Glückwunsch und dass du schnell alles fertig bekommst und dann so richtig ankommen kannst!
    Liebe Grüße, Franzi

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  5. Du scheinst echt tolle Freunde zu haben! Halt sie ganz dolle fest! Und deine Wohnung sieht traumhaft schön aus und es freut mich, dass du so ein großes Glück hast! Supi, dass du jetzt wieder zurück in Berlin bist - dann sieht man sich ja jetzt hoffentlich bald wieder öfter!?

    Liebste Grüße
    Anna

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