Montag, 23. November 2015

Travel: Surfen in Marokko.

Wir waren gerade noch in Moliets, als wir anfingen, Marokko für den Herbst zu planen. Im letzten Jahr hat es für mich ganz gut geklappt, aus einem Urlaub zurückzukehren und den nächsten bereits ein paar Seiten weiter in meinem Kalender eingetragen zu haben. Seit vier Jahren surfe ich nun schon und versuche immer und immer mehr dem deutschen Grund zu entfliehen, um Wellen zu finden. So verstauten wir in Frankreich also die Surfbretter sicher in den Bordbags und waren uns bereits bewusst, dass wir sie schon bald wieder brauchen würden. Auf den Tipp eines Bekannten hin, fanden wir uns ein paar Wochen später in Marokko, in einem wunderschönen Haus wieder. Das Eden Surf Maroc wird von einem ganz bezaubernden Paar geleitet. Gefühlt war sie für den emotionalen Support zuständig und er warf sich mit uns in die Wellen, um aus unseren Anfängerskills sogar fast so etwas wie Surfen zu zaubern. Wir wohnten unter einem Dach mit einem weiteren Paar und wechselnden Urlaubern, die meisten aus Paris angereist. Morgens erwartete uns bereits das Frühstück, kurz bevor wir unsere Sachen packten und mit dem Hausherrn einen Strand suchten, um für zwei bis drei Stunden zu surfen. Nie hätte ich solche Konditionen erwartet. Das Meer war gnädig, die Wellen groß und trotzdem nicht zu doll.Voller Kraft und stabil. Mit der Woche wurde es immer schwieriger und wir immer besser. Nach der Morgensession wartete meistens bereits das Mittagessen auf uns. Es war von Anfang an schön, dass wir alle gemeinsam zum Essen beieinander waren, gefühlt gleichzeitig Englisch, Deutsch und Französisch sprechend. Im Anschluss an das Mittagessen konnte man uns nicht retten. Wir fielen der Reihe nach halb tot in den Betten zusammen, um den schmerzenden Muskeln einen Mittagsschlaf zu gönnen. Schließlich ging es meistens bereits anderthalb Stunden später wieder weiter, die Bretter aufs Autodach werfend, den nächsten Strand suchend. Das Wasser war warm. Der Sonnenuntergang in jeder Nachmittagssession atemberaubend. Ich hatte nicht wenige Momente, in denen ich beinahe lachen musste, weil ich das alles viel zu schön fand. Draußen auf dem Meer, gute Menschen um dich herum, das Brett unter dir und einen super Surflehrer, der den Countdown herunterzählt, bis er dich in die Welle pusht, um deine letzte Kraftreserve zu unterstützen, damit du diese fantastische Welle surfen kannst. Eventuell bleibt man noch auf einen Tee am Meer, oder man fährt zurück, wo schon wieder Essen auf einen wartet. Die marokkanische Küche kann und macht auch! Auf dem Fernseher laufen Surfvideos, draußen sitzt immer irgendjemand zum Quatschen. Das Zusammenleben im Haus gestaltet sich als ganz wunderbar. Das Paar aus Frankreich wird immer mehr zu Freunden. Und im Kopf schwirren gleichzeitig die Wellen des vergangenen Tages herum und die Vorfreude auf die Wellen, die noch folgen. Am Donnerstag wird die Nachmittagssession geskipped. Uns wird der Markt in Agadir gezeigt und am Abend wurden für uns Termine für eine Massage gemacht. Trotz leichter Angst vor Reiseantritt ist es ein grandioses Gefühl, ein afrikanisches Land zu erkunden. Auf dem Markt hören wir arabische Musik, werden angelächelt, nicht im geringsten dazu bedrängt, etwas zu kaufen. Man lässt uns probieren, gibt uns Zeit, alles anzuschauen und wünscht uns einen schönen Aufenthalt. Den haben wir. In diesem wunderschönen Land, das zuerst arm und bereits in der nächsten Straße höchst entwickelt wirkt. Die Wandelbarkeit von Marokko lässt sich kaum in Worte fassen. Das Land überrascht dich beinahe nach jeder Straßenecke neu. Du kannst im Hotel unterkommen und Marrakesh oder Casablanca bereisen. Du kannst aber auch, so wie wir, den Tag mit dreckigen Füßen in Flip Flops verbringen, mit dem klappernden Volvo die Küste entlangfahren und den ein oder anderen Straßenhund streicheln. Ich klicke mich durch die GoPro-Aufnahmen und formuliere im Kopf schon die Mail an das marokkanische Paar. Ich frage mich, ob sie im Januar Platz im Haus haben. Wenn ja, dann will ich den. Ich will wiederkommen, sofort!














1 Kommentar:

  1. Ich will auch ,,,selbst wenn ich wohl immer im Wasser landen würde http://letter-in-a-bottle.blogspot.de

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